LebensblumeTrans5

GLÜCKSMACHEREI

Murnau / München

Traumasensible Massage

Traumatische Erfahrungen können sich tief im Körper verankern – oftmals jenseits bewusster Wahrnehmung. Der renommierte Traumatherapeut Bessel van der Kolk spricht in diesem Zusammenhang vom „verkörperten Schrecken“. Dieser Schrecken kann im Körper und im Zellgedächtnis wie feststecken. Viele Menschen erleben sich dann in wiederkehrenden inneren Schleifen, hin- und hergeworfen zwischen Kampf und Flucht, Immobilität oder übermäßiger Anpassung.

Wenn wir Grenzverletzungen, sexuelle Übergriffe oder Missbrauch erfahren haben, entwickeln wir häufig Strategien der Anpassung und des Funktionierens. Nicht selten geht damit ein teilweises Abspalten oder Wegdissoziieren des Erlebten einher. Diese Schutzmechanismen sind sinnvoll und notwendig – zugleich bleibt dabei häufig Lebensenergie gebunden, die dem freien inneren Fließen nicht mehr zur Verfügung steht. Der damit einhergehende Stress und eine mögliche chronische Erschöpfung können den Zugang zu innerer Ruhe, Sicherheit und Selbstregulation zusätzlich erschweren. In der traumasensiblen Massage geht es daher zunächst nicht um das „Bearbeiten“ von Trauma, sondern um das Wiedererleben von Sicherheit – körperlich wie emotional.

Aus dieser neu gewonnenen Sicherheit heraus kann behutsam gearbeitet werden. In Somatic Experiencing sprechen wir von einer Pendelbewegung: einem achtsamen Hin- und Herbewegen zwischen stabilisierenden Ressourcen und dem, was vorsichtig wieder in Kontakt kommen möchte. So können traumatische Erfahrungen Schritt für Schritt neu verhandelt werden, ohne dass wir dabei erneut von der alten Erfahrung überwältigt werden.

Verschiedene Berührungsqualitäten können dabei helfen, Aktivierungszustände zu regulieren, Angst zu mildern und wieder Zugang zum eigenen Körper zu finden. Dies geschieht oft auf einer Ebene, die sich dem sprachlichen Zugang entzieht.

Für viele Menschen kann Berührung auch als bedrohlich erlebt werden. Demnach ist – berührbar zu bleiben – nicht immer leicht. Nicht selten geht es deshalb zunächst darum, die eigenen Grenzen überhaupt wieder wahrnehmen zu lernen – sie zu spüren, ernst zu nehmen und mit der Zeit auch verlässlich wahren zu können. In einem sicheren, traumasensiblen Rahmen kann die eigene Berührbarkeit neu erforscht und die eigenen Grenzen neu ausgelotet werden.

Wenn Berührung nicht mehr als bedrohlich erlebt wird, kann sie ein existenzielles menschliches Bedürfnis nähren: das Bedürfnis nach Sicherheit, Geborgenheit und Nähe. Oft sind es genau diese Qualitäten, die in frühen Lebensphasen zu wenig Raum hatten – und die im Erwachsenenalter bewusst nachgenährt werden können.

In meiner Arbeit fließen Erkenntnisse aus der Traumatherapie, der Arbeit mit inneren Anteilen sowie der achtsamen Körperarbeit auf natürliche Weise ineinander. Besonders die Vor- und Nachgespräche dienen der Orientierung, der Integration und dem achtsamen Umgang mit Aktivierungszuständen.

Wir sind Beziehungswesen. Wie der Bindungsforscher Louis Cozolino sagt: „Wir werden durch Beziehungen verletzt – und wir heilen durch Beziehungen.“ Mein Anliegen ist es daher, einen traumasensiblen Raum zu erschaffen, in dem sich Menschen wieder sicher fühlen können und in ihrem eigenen Tempo, jenseits von Druck und Leistungsanspruch, in ein freieres Fließen finden dürfen.