LebensblumeTrans5

GLÜCKSMACHEREI

Murnau / München

Somatic Experince Coaching

Traumasensible Begleitung

In einer Welt, die von Tempo, Reizen und gedanklicher Aktivität geprägt ist, verlieren viele Menschen den Kontakt zu ihrem inneren Erleben. Die Aufmerksamkeit richtet sich nach außen – während das, was sich im Körper zeigt, oft unbeachtet bleibt. In der traumasensiblen, körperorientierten Begleitung wird dieser Zugang in einem sicheren Rahmen wieder aufgenommen.

Der Körper begleitet uns fortwährend. Er reagiert, erinnert und kommuniziert – über Empfindungen, Spannungszustände, Bewegungsimpulse, Atem, Haltung und feine innere Veränderungen. Viele Erfahrungen, insbesondere belastende oder überwältigende, hinterlassen Spuren im Körper, auch wenn sie kognitiv kaum greifbar sind. Durch ein achtsames Wahrnehmen dieser körperlichen Signale können tiefere Zusammenhänge sichtbar werden, die aktuellen Belastungen oder inneren Blockaden zugrunde liegen.

Ein wesentlicher Bestandteil meiner Arbeit ist Somatic Experiencing (SE), ein von Peter Levine entwickelter, körperorientierter Ansatz im Umgang mit Stress- und Traumaerfahrungen. Im Mittelpunkt steht nicht die detaillierte Aufarbeitung von Ereignissen, sondern die Frage, wie sich Erfahrungen im Nervensystem und im gegenwärtigen Körpererleben ausdrücken.

Gearbeitet wird mit dem sogenannten Felt Sense – dem unmittelbaren, oft zunächst schwer benennbaren körperlichen Erleben im Moment. Dieses Spüren dient als Orientierungshilfe, um wahrzunehmen, was im Nervensystem gerade aktiv ist. Ausgehend von Stabilität, Sicherheit und vorhandenen Ressourcen können sich neue innere Erfahrungen entwickeln, die regulierend und ordnend wirken.

Ziel der Begleitung ist es, die Selbstregulationsfähigkeit des Nervensystems zu stärken, festgefahrene Reaktionsmuster zu lockern und mehr innere Beweglichkeit, Klarheit und Handlungsspielraum zu ermöglichen. Die Arbeit kann sowohl bei akuten Belastungen als auch bei langanhaltenden Themen unterstützend sein – unabhängig davon, ob ein konkretes Trauma benannt werden kann.

Ergänzend integriere ich Elemente der Anteilearbeit (Voice Dialogue nach Hal und Sidra Stone) sowie weitere erfahrungs- und körperorientierte Zugänge, die den Prozess vertiefen und erweitern – stets orientiert an dem, was im jeweiligen Moment sinnvoll und stimmig ist.

Sitzungsablauf

Eine Sitzung beginnt in der Regel mit einem Gespräch über das, was Sie aktuell bewegt oder belastet. Im Unterschied zu rein gesprächsbasierten Ansätzen liegt der Fokus jedoch darauf, wie sich diese Themen im Hier und Jetzt im Körper zeigen.

Ein zentrales Element der Arbeit ist das bewusste Verlangsamen. Gemeinsam richten wir die Aufmerksamkeit auf körperliche Empfindungen, emotionale Reaktionen und innere Prozesse, während wir im gegenwärtigen Moment orientiert bleiben. Dabei wechseln wir achtsam zwischen stabilisierenden, ressourcenstärkenden Erfahrungen und schwierigeren Wahrnehmungen. Dieses Pendeln unterstützt das Nervensystem dabei, neue Regulation zu entwickeln, ohne in Überforderung zu geraten.

Ich begleite Sie darin, Ihr Erleben mit Offenheit und Mitgefühl zu beobachten. Vorerfahrungen mit Achtsamkeit oder Körperarbeit sind nicht erforderlich – die Aufmerksamkeit wird behutsam angeleitet. Durch dieses achtsame Gewahrsein können sich neue Handlungsmöglichkeiten eröffnen, automatische Reaktionen an Intensität verlieren und innere Schutzstrategien flexibler werden.

Die Arbeit bezieht Körper (Soma), Nervensystem, emotionale Erlebniswelt und geistige Prozesse gleichermaßen ein. Sie werden dabei unterstützt, einen tragfähigen Umgang mit intensiven Gefühlen wie Angst, Trauer, Wut oder Scham zu entwickeln, die Beziehung zu sich selbst zu vertiefen und mehr Selbstmitgefühl zu kultivieren.

Ein Somatic Coaching kann nach Absprache begleitend zu einer bestehenden Psychotherapie stattfinden. Es ersetzt jedoch keine psychotherapeutische oder medizinische Behandlung.
Ein sicherer, respektvoller Rahmen, Begegnung auf Augenhöhe sowie Professionalität und Mitgefühl bilden die Grundlage meiner Arbeit. Ziel ist es, einen Raum zu schaffen, in dem Sie sich orientieren, stabilisieren und in Ihrem eigenen Tempo neue Erfahrungen integrieren können.

Der Name Glücksmacherei knüpft an die Haltung des Kintsugi an. „Macherei“ meint ein Tun, das Sorgfalt, Ausrichtung und Mitwirkung braucht – wie ein Handwerk. Heilung geschieht nicht aus Druck heraus, sondern als lebendiger Prozess: ein behutsames inneres Forschen, in dem sich Bewegung und Schöpferkraft wieder entfalten dürfen. So entsteht Raum für Wandel und Integration. Jede Heilreise ist eine individuelle Wegstrecke. Es ist deine Heldenreise – ein gelebter, mutiger Weg, Schritt für Schritt.

Kintsugi – ein Bild für Integration

In der japanischen Kunst des Kintsugi werden Bruchstellen in Tongefäßen nicht verborgen. Sie bleiben sichtbar und werden in einem sorgfältigen handwerklichen Prozess mit edlen Materialien wie Gold oder Silber neu verbunden. Der Bruch gilt nicht als Mangel, sondern verleiht dem Gefäß seinen eigenen, unverwechselbaren Wert.

Dieses Bild lässt sich auf den Umgang mit belastenden Erfahrungen übertragen. Auch hier geht es nicht darum, etwas ungeschehen zu machen oder zu überdecken. Erlebte Brüche – feine Risse ebenso wie tiefere Erschütterungen – werden in ihrem Dasein anerkannt und behutsam in den Zusammenhang des Ganzen gestellt.

So entsteht keine Rückkehr zum Früheren, sondern eine Form von Ganzheit, die geprägt ist von dem, was war, und davon, wie es wieder zusammengefunden hat.